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Farbenkunde allgemeiner Teil

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Farbenkunde

Allgemeiner Teil

Das Tragen von Band und Mütze ist ein primäres Identifikationsmerkmal des Couleurstudenten entsprechend dem Grundsatz "FARBE TRAGEN HEISST FARBE BEKENNEN". Sieh es daher nicht als lästige Pflicht, sondern als eine Ehre und Teil unseres Jahrhunderte alten Brauchtums an, zu den Verbindungsveranstaltungen plenis coloribus (=in vollen Farben) zu erscheinen.

Das Band

Das Band wird unter dem Sakko, aber über der Weste getragen und zwar von der rechten Schulter zur linken Hüfte. Es versinnbildlicht den Zusammenhalt der Mitglieder einer Verbindung sinn- und augenfällig nach außen und stellt symbolisch das "Band, das uns verbindet" dar.

Je nach Breite und Aussehen unterscheiden wir mehrere Arten von Bändern:

Das Fuchsenband zeigt nur zwei Farben, wobei eine Farbe doppelt vorkommen kann (Sonnberg: rot--weiß-rot). Es ist genauso breit wie das Burschenband (ca. 28mm).

Das Burschenband (=Bierband) zeigt zumeist drei Farben und wird nur von geburschten Mitgliedern einer Korporation getragen. Es kann mit dem Namen des Trägers oder Sonnbergs Wahlspruch bestickt werden. Es wird darüber hinaus auch für Bierzipfe verwendet.

Das Weinband hat die halbe Breite des Burschenbandes (ca. 14mm). Es wird zum Smoking oder zum Frack horizontal über die Brust getragen, nur die rechte Seite ist in Erinnerung an das Bierband etwas höher. Verwendung findet es auch im Weinzipf.

Aufbau des Bandes

Grundsätzlich wird die Farbenreihenfolge eins Bandes immer von oben nach unten oder bei Zipfen immer von rechts nach links angegeben! Das Couleurband Sonnbergs zeigt die Farben rot-weiß-violett bzw. rot-weiß-rot mit je einem weißen Vorstoß oben, einem goldenen Vorstoß unten und zwischen den Farbstreifen schwarze Durchstöße.

Diese Farben weiß-schwarz-gold ergeben das Dreifarb unserer Mutterverbindung, e. v. KÖStV Vindobona (1) zu Wien.

Der Deckel (=Mütze)

Der Deckel (=Mütze) stellt die traditionelle Kopfbedeckung des Couleurstudenten dar. Er ist kein Tischschmuck, den man achtlos vor sich liegen hat oder in der Hand hält. Sein Platz ist auf Deinem Kopf!

Die Mütze hat sich ursprünglich aus der Militärkopfbedeckung entwickelt und unterscheidet sich in Ganzkopfmützen und Hinterhauptcouleurs, welche meist im Nacken getragen werden und daher entsprechend kleiner gehalten sind. Daneben unterscheiden wir eine Vielzahl von Formaten, die nach alten Universitätsstädten benannt sind (Jenaer, Prager,...) oder sich aus der Form ergeben (steif - wird meist von schlagenden Bünden getragen - und schlapp).

Sonnbergs Deckel hat das Heidelberger Format und setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:

Dem Boden aus rotem Samt, der Teilhöhe aus demselben Material, getrennt vom Boden durch eine goldene Biese (oder Durchzug), der daran folgenden Perkussion (oder Farbenrand), der die Farben weiß und violett zeigt und dem Schirm, der aus Leder oder Kunststoff bestehen kann.

Der Boden des Deckels wird bei der Landesvaterzeremonie (bei Sonnberg 25. Juni) von geburschten Mitgliedern zur Erneuerung ihres Burscheneides mit dem Schläger durchstochen. Diese Löcher können mit Eichenlaub verstickt werden.

Andere Kopfbedeckungen

Alte Herren dürfen in geschlossenen Räumen eine Biertonne tragen, welche weich und schirmlos ist und auf dem Hinterhaupt getragen wird. Der Zirkel, welcher auf dem Boden eingestickt ist, soll von hinten lesbar sein.

Das Straßencerevis gleicht der Biertonne, ist aber am Rand und auf dem Boden zusätzlich mit Weinlaubstickerei in Gold versehen. Es ist auch die übliche Festkopfbedeckung des Doctor cerevisiae et vini. Auf andere Kopfbedeckungen wollen wir bei der Besprechung der Wichs eingehen.

Die Vollwichs

stellt das althergebrachte Festkleid der Studenten dar, welches bei besonderen Anlässen angelegt wird. Das Tragen derselbigen nennen wir chargieren, was allerdings ein bestimmtes, würdevolles und ernstes Verhalten erfordert. Den Träger der Wichs nennen wir einen Chargierten.

Nun aber zu den einzelnen Bestandteilen dieser Festtracht:

Am Kopf trägt der Chargierte ein Barett, welches eine schirmlose Kopfbedeckung mit weißen Straußenfedern ist. Vorne wird es von einer Kokarde in den Verbindungsfarben geziert.

Eine andere Möglichkeit stellt das Paradecerevis dar, welches dem Straßencerevis gleicht, aber steif ist und mit einem Gummiband befestigt über der rechten Stirnhälfte zwei Finger breit über dem Auge getragen wird.

Der Flaus ist wie eine Jacke geschnitten und meist in der Deckelfarbe gehalten. Seine Form entspricht der eines Husarenrocks

Darüber wird eine Schärpe wie das Burschenband getragen.

Um die Hüfte gürtet man sich das Wehrgehänge aus Leder, an welchem der Schläger befestigt ist. Der Schläger gilt heute als Symbol des Wehrwillens und der Freiheit. Im Unterschied zu schlagenden Korporationen ist bei uns die Klinge stumpf. In den Schlägerkorb sind die Verbindungsfarben eingezogen, als ganzer ruht er in der Scheide. Er ist heute nicht mehr als Waffe anzusehen, sondern hat nur mehr Symbolcharakter.

Die Unterarme und Hände des Chargierten stecken in weißen Stulpen und Handschuhen.

Die weißen Baumwollhosen, die vom Chargierten anstatt einer anderen Hose getragen werden, nennen wir Buchs, da sie in alter Zeit aus Bocksleder gefertigt wurden.

Die Beine schließlich sind in Kanonen (lat. canna=Rohr) gehüllt, welche aus schwarzem Leder hergestellt werden und wie Stiefelschäfte aussehen. Hierzu sind schwarze Halbschuhe obligatorisch!

Der Zipf

Der Zipf ist ein mit den Verbindungsfarben geschmückter Anhänger aus Silber oder Gold, der ursprünglich zum Herausziehen der Taschenuhr verwendet wurde. Heute ist er lediglich ein Schmuckgegenstand, der stets am linken Hosenbund befestigt wird. Den ersten Zipf erhält der Leibfuchs vom Leibburschen anläßlich der Burschung. Füchse können keine Zipfe in Burschenfarben tragen.

Analog zu den Bändern unterscheiden wir mehrere Arten des Zipfes: Bierzipfe und Weinzipfe. Die Metallschuber des Zipfes können glatt oder heraldisch gestaltet werden, sie tragen zumeist eine Widmungsgravur und den Zirkel. Generell ist zu sagen, daß ein Zipftausch Ausdruck besonderer Wertschätzung zweier Korporationsstudenten untereinander ist und nach einem speziellen, commentmäßigen Ritual abzulaufen hat. Daher sollte der Zipf nicht zu einem Gegenstand bloßer Sammelleidenschaft degradiert werden!

Weitere Couleurgegenstände

Der Vollständigkeit halber wollen wir im Folgenden auf einige Couleurrequisiten eingehen. Zuallererst sei der Bierfloh erwähnt, welcher ein kleines, emailliertes Wappenschild ist, das am Sakkorevers auf der linken Seite getragen wird. Der Bierfloh zeigt die Farben der Verbindung.

Auf dem rechten Rockaufschlag trägt man die MKV-Nadel, die aus einem auf die Spitze gestellten weißen Dreieck besteht. Eine weitere Form der MKV-Nadel ist jene mit dem Markenzeichen des MKV.

Ein überaus wichtiges couleurstudentisches Utensil ist der Bierkrug, der mit Verbindungswappen und Couleurnamen bemalt wird.

Schlußendlich sei noch der Bandknopf erwähnt, welcher ein emailliertes Verbindungswappen zeigt und die Bandenden zusammenhält.

 

Seite zuletzt von Webmaster bearbeitet: 06. Oktober 2005 12:50

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